Ich möchte mehr Fotos machen und ich möchte mehr Fotos zeigen. Also tue ich das jetzt. Heute gibt es daher ein bisschen Himmel. In groß auch bei flickr.








(Ja ich weiß, es ist nicht ausschließlich Himmel.)
Marcel übt Zeichnen. Aus Gründen. Eine klasse Entdeckung, die er dabei machte, war das 30 seconds drawing tool von posemaniacs: Man bekommt eine Figurenpose 30 Sekunden lang gezeigt und fertigt in dieser Zeit eine fixe Skizze an. Die Grafiken, die man dabei zu sehen bekommt, sind allesamt sehr auf den Körper- und Muskelaufbau fixiert.
Ein Zufallsbild.
Könnte man nicht diese Idee zu übertragen und zum Beispiel alle Fotos, die flickr zu einem bestimmten Begriff oder Tag anbietet, als 30-Sekunden-Zeichen-Vorlagen benutzen? Richtig: Das wäre großartig. Und so habe ich Marcels Anregung aufgenommen, mich heute vormittag hingesetzt und mit ein wenig Javascript-JQuery-Magic eine eigene Version erstellt.
http://30seconds.fotografdracula.de
Perfekt ist das kleine Stück Software noch nicht und ich könnte mir noch ein paar tolle Sachen vorstellen, aber ich denke, dass das Tool seinen Zweck erfüllt und bin daher erst einmal zufrieden. Über Feedback würde ich mich natürlich freuen. Viel Spaß damit!
Welches ist die beste Kamera für einen Fotografen? Wenn es nach Chase Jarvis geht, ist es die, die man gerade dabei hat. Mittlerweile ist das bei fast jedem von uns die Handykamera. Auch wenn man zwar die DSLR in der Tasche hat, ein gemachtes Foto aber schnell twittern möchte, ist ein Smartphone das Equipment der Wahl.
Ich selbst besitze ein Motorola Milestone, also statt eines iPhones lieber einen Vertreter der Android-Front. Immer auf der Suche nach tollen Foto-Apps, möchte ich euch hier ein paar meiner Favoriten vorstellen. Statt eines Rundumschlages habe ich mich aber dafür entschieden, in diesem Post nur alternative Kameras vorzustellen. Über andere Apps gibt es demnächst vielleicht mehr.
Alle vorgestellten Apps sind kostenlos im Android-Market erhältlich. Wenn es sich um eine Demo/Lite-Version handelt, ist die Einschränkung meist in der Auflösung zu finden. Da ich die meisten Bilder für Twitter verwende, sind mir kleine Größen sowieso lieber und die kostenlosen Versionen ausreichend. Wer ein Android-Gerät hät, kann mit eingefügtem Barcode direkt in den Market springen.
Achja, dass ich mich hier auf “Effektmaschinen” gestürzt habe, dürfte offensichtlich sein. Wer das nicht will, ist mit der Standardkamera bereits gut bedient.
Mit FxCamera bekommt man ein simples Tool, das 5 verschiedene Effekte zur Verfügung stellt. Wenn man sich mit den wenigen Einstellungen zufrieden geben kann und einfach nur fix ein effektvolles Bild schießen möchte, ist man hiermit gut bedient. Leider lässt sich der Blitz nicht manuell (de)aktivieren, sondern ist immer auf “automatisch” eingestellt.
Von den Effekten Polaroid, Toycam, Fisheye, Warholcam und Spiegeleffekt abgesehen, gibt es wie bei den beiden anderen Kameras natürlich auch einen normalen Modus. Mittlerweile nutze ich die App höchstens noch für den (sehr schönen) Polaroid-Effekt, da die anderen vorgestellten Kameras deutlich mehr bieten.
Deutlich mehr Einstellmöglichkeiten als FxCamera bietet Camera360. Verschiedene Lomografieeffekte und zahlreiche andere Optionen bieten einem eine hervorragende Möglichkeit, stimmungsvolle Bilder mit Charakter aufzunehmen. Bis man sich mit allen Einstellungen auskennt, dauert es allerdings etwas, da die Oberfläche nicht so übersichtlich gestaltet ist wie etwa bei der Standardkamera.
Sehr gut gelöst ist der “Tilt-Shift-Modus”, da die (simulierte) Schärfeebene bereits während der Aufnahme halbtransparent über das Kamerabild gelegt wird und sogar mit dem Finger verschoben werden kann. Ebenfalls interessant ist der “Shift-Color-Modus”, der die Auswahl einer Farbe ermöglicht, und alle anderen Farben aus dem Bild in Graustufen umwandelt. Farbig markante Details können so sehr gut hervorgehoben werden.
Erst vor kurzem bin ich auf diese App aufmerksam geworden, muss aber sagen, dass sie mir in Punkto Bedienung und Funktionsvielfalt am Besten gefällt. Dass es sich offiziell um eine “Demo” handelt, darf einen hinsichtlich der Qualität nicht täuschen. Über eine schlichte Oberfläche können die wichtigsten Funktionen wie Blitz, Fokus, Auflösung oder Weißabgleich direkt eingestellt werden, lediglich für die Auswahl von Effekten und Rahmen gibt es ein Untermenü.
Und hier gibt es wirklich sehr viel auszuwählen. Über dezente Farbhighlights und einfache Filmeffekte bis hin zu Vignettierungen oder Linseneffekten wie Tilt-Shift-Simulation bleibt kein Wunsch offen. Was mir besonders gut gefällt ist die Möglichkeit, bei einem aufgenommenen Bild den Effekt noch nachträglich zu ändern. Durch die Option, die Effekte auch auf Bilder aus der Mediengalerie anzuwenden, kann die App sogar als Bildbearbeitung genutzt werden.
Vignette ist meine Empfehlung an euch, da auch ich meine täglichen Bilder fast ausschließlich mit dieser App schieße.
Bilder der Digitalfotografie werden in Sekundenbruchteilen und großen Mengen produziert. Daher schlummern viele Schätze auf unseren Platten, die schnell in Vergessenheit geraten. Ich überlegte deshalb schon länger, einige meiner Bilder entwickeln zu lassen. Da ich nun keine Schuhkartonsammlung starten möchte, war ein Fotobuch das Produkt der Wahl. Zum Glück erhielt ich einen Gutschein für das DeluxeBook (ca. 45€) der Firma ifolor, mit der Bitte, einen kleinen Testbericht zu verfassen.
Die kostenlose Gestaltungssoftware ist auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, bereits mit wenig Übung aber gut zu bedienen und führt so sehr schnell zu zufriedenstellenden Resultaten. Für den angestrebten Zweck einer einfachen und schnellen Fotobucherstellung fällt natürlich auch Flexibilität weg. Das millimetergenaue Positionieren etwa ist mit der Software nicht möglich. Da man aber mit Hilfslinien und Rastern arbeiten kann, bleiben einem trotzdem noch genug Möglichkeiten.
Zwar gibt es einige Gestaltungsvorlagen, leider sind diese größtenteils sehr verspielt. Wenn man kein kunterbuntes Urlaubsbuch haben möchte, sondern eine schlichte Präsentation der eigenen Bilder, bleibt einem aber die Möglichkeit, manuell Hintergründe und ähnliches festzulegen und dies auch automatisch auf das gesamte Buch zu übertragen, was sehr angenehm ist. Einige weitere schlichte Designvorlagen wären aber wünschenswert.
Gut gelöst ist die Verwendung von niedrig auflösenden Vorschaubildern in der Software. So bleibt der Arbeitsfluss ruckelfrei und ungebremst, auch wenn man – wie ich – mit etwa 100 Aufnahmen in 18-Megapixel-Auflösung hantiert. Die Qualität der Vorschauen ist dennoch gut genug, um das Endresultat erahnen zu können.
Die vorgegebenen Seitengestaltungen sind vielzählig und durch die Möglichkeit, auch manuell Bilder verschieben und beschneiden zu können, sind den eigenen Vorstellungen keine Grenzen gesetzt. Sehr positiv aufgefallen ist, dass beim Verändern der Bildrahmen die Bilder lediglich beschnitten, nicht aber verzerrt werden. Gerade unerfahrene Anwender werden so davor bewahrt, sich Fotobücher mit verzerrten Proportionen zu erstellen. Leider sind die vorgegebenen Bildrahmen nicht auf das Standardseitenverhältnis von 3:2 angepasst. Fügt man Bilder diesen Formates ein, werden diese also automatisch beschnitten, was einem unter Umständen erst später bewusst wird. Eine manuelle Anpassung der Standardseitenlayouts ist also fast immer nötig.
Wo einem bei den Innenseiten die volle Freiheit gegeben wird, Seitenelemente wie Bilder und Texte hinzuzufügen und nach Belieben zu verschieben und in der Größe zu verändern, da wird einem bei der Umschlaggestaltung genau das nicht mehr erlaubt. Selbst das Seitenverhältnis des Hauptbildes wird einem vorgeschrieben. So kommt man um eine beschnittene Version des eigenen Bildes auf dem Buchcover nur schwer herum.
Gut gelöst ist die Anzeige der importierten Bilder. Bereits verwendete Bilder werden hervorgehoben, so dass man auf einen Blick sieht, welche Fotos man noch nicht im Buch verwendet hat.
Insgesamt läuft die Gestaltungssoftware sehr stabil und ist während meiner Verwendung kein einziges Mal abgestürzt oder hat irgendwelche Probleme mit großen Datenmengen gezeigt. Zwar wird man in einigen Belangen etwas eingeschränkt, dafür ist die Software aber nicht überladen und bietet sowohl dem Unerfahrenen als auch dem technisch versierteren Benutzer eine schnelle Möglichkeit, sein Fotobuch zu gestalten. Leider ist die Software nur für Windows erhältlich. Ein großer potentieller Kundenkreis von Mac- und Linuxusern bleibt somit außen vor oder muss auf das weniger komfortable Webinterface zurückgreifen.
Die Bestellung geschieht komfortabel direkt aus der Designsoftware heraus. Kunden- und Versandinformationen sowie etwaige Gutscheincodes werden direkt hier eingegeben.
Der Upload der Fotobuchdaten läuft sehr schnell ab. Um eine gute Netzanbindung scheint ifolor sich gekümmert zu haben, so dass die einzige Beschränkung am eigenen Anschluss liegt. Für große Datenmengen wie in meinem Fall ist ein schneller Anschluss also zu empfehlen.
Bei Abschluss der Bestätigung erhält man eine Auftragsnummer, über welche auf der Website der Stand des Auftrags abgefragt werden kann. Leider ist nur nur der aktuelle Zustand markiert, ohne bei den einzelnen Stationen die Zeiten zu nennen. Wer – wie ich – erst spät vom Code Gebrauch macht, sieht dann also nicht, wann das Produkt verschickt wurde.
Wie zeitaufwändig Drucken und Binden genau ist, kann ich schlecht beurteilen. Bei meinem Auftrag vergingen etwa 7 Tage vom Auftragseingang bis zum Versand. Sicherlich ist das eine normale Zeitspanne. Für spontane Fotobücher – etwa als Geschenk – ist diese aber zu lang.
Leider bekommt man bei Versand keine DHL-Trackingnummer, so dass das Paket nicht im undurchdringlichen Postnetz verfolgt werden kann. Als mein Paket nach mehreren Tagen noch nicht angekommen war, wandte ich mich an den ifolor-Kundenservice, der zwar sehr freundlich und hilfsbereit war, mir aber auch keinen Trackingcode nennen konnte, da dieser nicht einmal intern vorliegt. Hier sollte ifolor aufbessern und wie die meisten großen Onlineversender auch einen Trackingcode für den Paketversand bieten.
Wie sich im Nachinein herausstellte, erfolgt der Druck in der Schweiz. Mein Paket machte auf seinem Weg sogar im Zoll halt. Wer in Deutschland – und wie ich vielleicht sogar im hohen Norden – sitzt, muss mit der etwas längeren Versanddauer leben. Bei mir vergingen von Auftragsabschluss bis zum Erhalt des Buches ziemlich genau 2 Wochen.
Das erste Mal die eigenen Fotos überhaupt gedruckt in der Hand zu halten, ist ein tolles Gefühl. Der Vergleich zu anderen Fotobuchherstellern fehlt mir, dennoch bin ich überzeugt, meine Bilder in einer klasse Qualität erhalten zu haben.
Die in der Software exakt aneinander positionierten Bilder werden auch genau wie gewünscht ohne hässlichen Pixelabstand zwischen einander gedruckt. Farbverläufe – wie durch die Software hinzugefügte Schlagschatten – sind schön und ohne erkennbare Abstufungen auf dem Papier gelandet.
Ohne es mangels eines kalibrierten Monitors wirklich behaupten zu können, wirkt die Farbwiedergabe originalgetreu und auf allen Seiten gleich bleibend gut.
Das für das „DeluxeBook“ verwendete Papier ist angenehm dick und stabil. Der Seitenbeschnitt an den Rändern ist sauber und immer so weit in die Seite hineinragend, dass keine unerwünschten Ränder in der Hintergrundfarbe sichtbar werden.
In der Bindung wirken die Blätter sehr fest und halten hoffentlich auch so lange, wie die Bindung es erahnen lässt. In der Art der Bindung liegt es begründet, dass Bilder, die sich über Doppelseiten erstrecken, in der Mitte verschwinden. Das ist natürlich kein Problem, sondern nur eine Tatsache, der man sich im Vorhinein bewusst sein muss. Die Software wies einen durch eingezeichnete Schattierung sogar bereits während des Gestaltens darauf hin.
Das Fotobuch erhält man als richtiges Hardcover. Diese robuste Version passt gut in jedes Bücherregal und schützt den Inhalt sicherlich auch auf lange Zeit zuverlässig. Dass das Cover in hochglänzender Version gefertigt wird, entspricht sicher dem ein oder anderen Geschmack. Mir persönlich wirkt dies aber zu empfindlich und bereits nachdem das Buch durch ein paar Hände gegangen war, blieben ein paar Flecken zurück.
Das DeluxeBook ist eine tolle Möglichkeit, die Fotos aus der digitalen in die wirkliche Welt zu holen und sie in all ihrer Pracht im heimischen Bücherregal jederzeit verfügbar zu haben. Die Hürde, selbst ein Buch zu erstellen, ist gering, allerdings sollte, gerade was die Gestaltung des Covers angeht, mehr Flexibilität vorhanden sein. Auch wäre eine Software wünschenswert, die auf MacOS und Linux funktioniert.
Insgesamt hat ifolor ein tolles Produkt im Angebot und auch im eigenen Hause einen freundlichen und schnellen Kundenservice. Eine detailliertere Auftragsverfolgung sowie nach erfolgtem Versand ein Paket-Trackingcode sind aber Punkte, die die Firma auch im Hinblick auf ihrer anderen Produkte verbessern sollte.
Es gibt viele Fotografen da draußen, die in einem die Lust erwecken, einfach mal loszuziehen und fremde Menschen zu fotografieren. Auch mich reizt es, solch aussagekräftige Portraits zu erwischen. Da wollte ich am gestrigen Sonntag, dem Tag des Sieg der deutschen Mannschaft über die englischen Kicker, die aufgeheizten Stimmung nutzen, selbige einzufangen und gleichzeitig auch direkt Leute anzusprechen und um ein Foto bitten.
Also bin ich vor dem Spiel in das Hamburger Schanzenviertel gefahren, um es einfach mal zu wagen. Leider stellte sich heraus, dass das Ansprechen von fremden Leuten doch schwieriger ist, als ich es mir vorgestellt hatte. Zum einen wollte ich vermeiden, den prallen Sonnenschein im Gesicht der Leute zu haben, also hatte ich mein Augenmerk auf diejenigen gesetzt, die sich sowieso schon im Schatten befanden. Menschen, die sich im Gespräch befanden, wollte ich aber nicht stören und fast alle anderen waren schon fast hektisch auf dem Weg, doch noch irgendwo einen Platz zu finden, um das Spiel zu sehen, da nur noch 30 Minuten bis zum Anstoß verblieben.
Die Situation, doch jemanden anzusprechen, ergab sich nur ein einziges Mal. Ein sympatisch aussehender Herr mit Strohhut saß auf einer kleinen Mauer unter einem Sonnenschirm und schien da auch gerade alleine zu sein. Ich ging auf ihn zu und begann spontan: “Hallo, darf ich vielleicht ein Foto von Ihnen machen?” Auf seinen etwas fragenden Blick hin ergänzte ich: “Ich versuche ein wenig die WM-Stimmung einzufangen und Sie sehen mit Ihrem Hut sehr passend dafür aus.” Er lachte mich fröhlich an, gab mir aber auch kein direktes “Ja”. Leicht verunsichert hob ich dann einfach die Kamera und machte 2 Aufnahmen. Ihm gefielen die Fotos und so zog ich dann weiter, zwar glücklich, es das erste Mal gewagt zu haben, aber dennoch mit einem seltsamen Gefühl, weil ich mir in der Situation nicht souverän genug vorkam.
Meine Kamera hatte ich auf Zeitautomatik gestellt. Mit Blende 3,2 und ISO 100 war ich glücklich und in der Situation wagte ich noch nicht den manuellen Modus, da ich mich auf das Gespräch konzentrieren wollte ohne an das Technische denken zu müssen. Um den Anstoß selbst nicht zu verpassen, setzte ich mich dann in die Bahn, dabei aber unzufrieden mit meinen Ergebnissen.
Noch während der Fahrt kam mir aber die Idee, im Fall eines deutschen Sieges erneut loszuziehen und vielleicht von der ausgelassende Siegesstimmung zu profitieren. Zum Glück kam es so, und auch wenn mir im Nachhinein mein allererstes Porträt am besten gefällt, hatte ich nach dem Spiel noch ein paar tolle Gelegenheiten, die Freude der Fans einzufangen. Eine Bierdusche habe ich dabei aber auch abbekommen. Das musste anscheinend sein.
Wie sieht es bei euch aus: Habt ihr schon einmal fremde Menschen fotografiert? Wie würdet ihr an die Leute herantreten?
Vorher aber noch ein paar Bilder von gestern.
Bereits mehrmals hatte ich nun die Gelegenheit, Fotos von Feuerjonglage, Feuerspucken und ähnlichen Spielereien zu machen. Meine dabei gemachten Erfahrungen möchte ich gerne mit euch teilen, also fasse ich mal zusammen, wie ich dabei mittlerweile vorgehe.
Bei Feuershows hat man in der Regel mit schwierigem Umgebungslicht zu kämpfen. Möchte man also auch etwas “Drumherum” wie die Gesichter des Publikums festhalten, ist ein lichtstarkes Objektiv unabdingbar. Hat man es dagegen lediglich auf umherfliegende brennende Gegenstände abgesehen, belichtet man länger und die Lichtstärke des Objektives ist nicht so relevant. Da ich sowieso immer mein 50mm/1.8 auf der Kamera habe, nehme ich auch dieses Objektiv, aber auch mit dem recht lichtschwachen 18-55mm/3.5-5.6 Kit-Objektiv habe ich schöne Aufnahmen machen können. Die passende Brennweite solltet ihr natürlich je nach örtlicher Gegebenheit wählen.
Was ihr auf jeden Fall braucht ist ein Stativ. Bei fast jeder Aufnahme sind Belichtungszeiten nötig, die nicht mehr aus der Hand ausgelöst werden können. Zwar werden auch interessante Flammen-Effekte erzielt, wenn die Kamera bei der Belichtung bewegt wird, allerdings ist in fast allen Situationen auch ein wenig der Umgebung sichtbar, so dass die Kamera fest montiert sein muss, damit der Hintergrund nicht verwackelt.
Werden Flammenbewegungen in die Luft gezeichnet, ist es schön, diese “Spuren” deutlich zu machen und länger zu belichten. Je nachdem wie extrem man diesen Effekt haben möchte, bieten sich Belichtungszeiten bis zu mehreren Sekunden an. Der Vorteil an Flammen vor dunklen Hintergründen ist, dass der Sensor nur von der Flamme belichtet wird. So sehen auch lange Feuerspuren sehr scharf und strukturiert aus.
Eine kurze Belichtungszeit ist nötig, wenn man eine Flamme einfrieren möchte. Dies ist zum Beispiel beim Feuerspucken der Fall. Wichtig ist hierbei, im Vorhinein abzuschätzen, wie groß die Flamme etwa werden wird, um einen passenden Bildausschnitt zu wählen.
Sieht man jemanden, der eine Feuershow mit Blitz fotografiert, hält man ihn meist für völlig uninformiert, was Fotografie angeht. Bewusst eingesetzt, lässt sich durch einen Blitz aber ein angenehmer Effekt erreichen: Blitzt man einmal, belichtet dann aber deutlich länger weiter, hat man die Person scharf dargestellt und sieht um sie herum die Flammen in oft abenteuerlichen Mustern. Gerade, wenn der Jongleur selbst die Bilder bekommt, freut er sich sehr, dass auch das Gesicht gestochen scharf sichtbar ist. Aber Achtung: Wie immer gilt, dass das Fotografieren nur dann in Ordnung ist, wenn die Show davon nicht gestört wird. Bei einer gemütlichen Feuersession im Park kann man gut mit Blitz arbeiten, für eine Bühnenshow ist es dagegen tabu! Im Zweifelsfall: vorher fragen.
Man sollte zu Beginn der Show den Fokus einmal korrekt einstellen und dann den Autofokus deaktivieren. Bei einer schwierigen Lichtsituation mit sich bewegenden Lichtern und sich dauernd verändernden Strukturen würde das Objektiv sonst Schwierigkeiten haben, überhaupt zu fokussieren und die besten Augenblicke wären schnell verpasst. Hierbei muss man natürlich darauf achten, die Distanz zum Motiv gleichbleibend zu halten. Bei Bühnenshows ist das in der Regel kein großes Problem.
Im Allgemeinen ist es von großem Vorteil, vorher zu wissen, was gleich kommen wird, um die Kamera eingestellt zu haben, bevor der perfekte Augenblick für eine Aufnahme verstrichen ist. Solltet ihr den Artisten kennen, sprecht vor der Show mit ihm und lasst euch über wichtige Rahmeninfos in Kenntnis setzen. Ist es eine freie Feuershow in einem Park oder auf der Straße, kann man auch spontan miteinander reden. Was ihr zum Beispiel klären solltet:
Das Grundlegendste zum Schluss: In Lichtsituationen wie bei Feuershows wird ausschließlich im manuellen Modus fotografiert. Die Kamera kann einfach nicht wissen, welchen der verschiedenen möglichen Effekte ihr gerne hättet und so gilt es, selbst die perfekte Kombination aus Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert zu wählen. Doch keine Bange, bereits nach den ersten 3 Bildern werdet ihr eine Einstellung haben, mit dir ihr zufriedenstellende Bilder produzieren könnt. Für die bewusste Effekterzielung muss natürlich dennoch ausprobiert werden.
Trotz vieler Aspekte, auf die man achten muss kann, solltet ihr nicht zurückschrecken, mal die Gelegenheit einer solchen Show zu nutzen und zu fotografieren. In wenigen Minuten bieten sich einem sehr tolle Aufnahmemomente und gerade der Zeitdruck, unter dem man steht um spontan die richtige Einstellung zu finden, hilft sehr, ein Gefühl für die eigene Kamera und eine korrekte Belichtung zu finden.
Wer jetzt Lust bekommen hat, die Kamera zu greifen und zur nächsten Feuerjonglage zu rennen, dem sei das Programm des Hamburger Park “Planten un Blomen” ans Herz gelegt, wo noch an mehreren Terminen des Jahres am Parksee direkt nach den Wasserspielen eine Vorführung der Feuerfeen stattfindet. Und zur Anregung hier noch ein paar Bilder, die ich in letzter Zeit geschossen habe, bei einigen hatte ich zum Aufnahmezeitpunkt allerdings selbst noch nicht das Wissen aus diesem Post.