Am Sonntag vor einer Woche begab ich mich auf einen erst kurz vorher im Internet entdeckten Photowalk durch die Hafencity. Im Gegensatz zu meinem ersten Photowalk ein paar Tage davor handelte es sich nicht um ein gemeinsames Herumlaufen und einzeln fotografieren, sondern eher um eine von Ronny geführte Tour, bei der öfter zusammengerufen wurde, um konkrete Tipps auszutauschen oder Unterschiede in der Vorgehensweise zu diskutieren.
Auch die Zusammensetzung der Teilnehmer war dieses Mal sehr viel heterogener: Unter den sieben – allesamt männlichen – Teilnehmern war ich der jüngste (und mit 3 Monaten auch unerfahrenste), während auch Fotografen teilnahmen, die bereits seit 25 Jahren eine Kamera in der Hand haben.
Was ich gelernt habe:
- Wenn man noch nicht lange fotografiert, ist es zwar gut, viel selbst auszuprobieren, aber der kurze Rat eines erfahrenen Fotografen erspart einem oft viele vergebene Aufnahmen, um eine passende Einstellung zu finden.
- Nur weil ein Ort wie die Speicherstadt interessant ist, heißt das noch lange nicht, dass gute Fotos einem in den Schoß fallen. Im Gegenteil sind viele Details eher schwierig einzufangen, da sie das Bild zu unruhig werden lassen. Die Kunst liegt dann darin, sich auf etwas Wesentliches konzentrieren zu können.
- Auch wenn ein tolles Motiv wegen einer räumlichen Einschränkung (bei uns war es eine Absperrung) nur auf eine Art und Weise einzufangen scheint, bleibt doch noch eine Unzahl von Variationsmöglichkeiten in Aufnahmehöhe, Perspektive und Bildausschnitt. Jeder Fotograf interpretiert das Gesehene anders.
- So banal es auch klingt: Verschiedene Standpunkte wählen! Hinknien und hinlegen oder auch Chancen nutzen, wenn man Erhöhungen wie Treppen oder Podeste findet, um sich alleine durch eine andere Perspektive bereits vom üblichen Touristenfoto abzugrenzen.
- Bei dichter und heller Wolkendecke lieber etwas unterbelichten, um statt einer weißen Fläche etwas Struktur in den Himmel zu bekommen. In RAW fotografiert, bleibt dann das Potential, diese Struktur in der Nachbearbeitung weiter herauszuarbeiten und auch das Hauptmotiv noch korrekt nachzubelichten.
Insgesamt war dieser Walk nicht ganz so locker wie mein erster ein paar Tage davor – wobei ich da alle anderen bereits vorher kannte. Dafür habe ich dieses Mal mehr gelernt und für mich mitgenommen. So zum Beispiel, dass Architekturfotografie nicht mein liebstes Metier ist und ich mich dann lieber in die Suche nach Details flüchte, statt die Herausforderung zu meistern, ein gesamtes Gebäude ansprechend einzufangen. Dementsprechend bin ich mit meinen Ergebnissen auch nicht zufrieden.
Nachtrag: http://www.flickr.com/photos/derkarawane/sets/72157624357157084/
Geschrieben am 21. Juni 2010 um 17:20 Uhr.
Hallo Florian,
vielen Dank für Deine Teilnahmen und Deinen ausführlichen Bericht über den ersten Photowalk von PWH. Ich hoffe, dass ich Dich beim nächsten Walk wieder begrüßen kann?
Wie Du schreibst, bist Du mit Deinen Ergebnissen nicht zufrieden. Was passt den nicht!?
Gruß
Ronny (PWH)
Haha, ich fühl mich immer so schlecht, wenn ich deinen Blog lese. Du beschäftigst dich so intensiv mit der Fotografie und ich bin echt nur Hobbyfotografin – ich kann mit meiner Kamera meiner Meinung nach sehr gut umgehen, aber von RAW und Konsorten hab ich halt mal gaar keinen Plan. =D
Klingt ja sehr interessant, wie du mir ja auch schon persönlich erzählt hast. Vielleicht kann ich ja beim nächsten Mal auch mit.
Würde mich trotzdem freuen mal ein paar Photos zu sehen.
Deine gelernten Erfahrungen klingen logisch, muss man halt nur drauf kommen und sich dran halten :/
Bist du so unzufrieden mit den Ergebnissen das du gar keins postest…
?
Meine Unzufriedenheit mit den Bildern liegt größtenteils daran, dass ich sie entweder rein technisch noch nicht gut genug finde oder sie aber technisch ok, dann aber wieder viel zu konventionell sind. :/
Ergebnisse sind nun aber doch auf flickr zu betrachten (und gerne zu bewerten/kommentieren): http://www.flickr.com/photos/derkarawane/sets/72157624357157084/
@Ronny: Ja, ich bin nächstes Mal auf jeden Fall wieder mit dabei!
@Inken: Ich versuche, sehr bewusst das zu tun, was ich tue. Daher blogge ich auch überhaupt: Das zwingt mich selbst dazu, meine Fortschritte zu formulieren. Das bedeutet aber natürlich nicht automatisch bessere Bilder. Vor allem soll mir das Fotografieren aber Spaß machen, und so lange das bei dir auch so ist, ist es doch egal, wie man da rangeht.
Hallo Flo,
ich habe mir gerade Deinen Flickr-Stream angeschaut und bin Sachen Bildinhalt und Kreativität positiv überrascht.
Hallo Ronny, danke für das Lob. Vor allem von dir hört man das natürlich gerne.